Sky veröffentlicht erschreckende Jahresergebnisse 2009
25.02.2010 10:10 Uhr von Christian ZeiseDie Sky Deutschland AG präsentierte heute ihre Ergebnisse für das vergangene Jahr und zeigt sich zufrieden. Der noch bis Ende März 2010 amtierende Vorstandsvorsitzende Mark Williams meint, dass mit der Umfirmierung von Premiere auf Sky verbunden mit der neuen Preisstruktur eine “Grundlage für solides Wachstum geschaffen” wurde.
Premiere/Sky verzeichnete einen Bruttozuwachs von rund 597.000 Abonnenten gegenüber dem Jahr 2008. Seit dem 4. Juli 2009 wurden brutto insgesamt 369.000 neue Sky-Kunden gewonnen. Innerhalb dieses Zeitraums hat sich die Anzahl der Abonnenten um netto 105.000 erhöht. Gegenüber dem schwächelnden Neukundengeschäft mussten einige Kundenkreise gezwungenermaßen die Sky-Dienstleistungen abschreiben, da Sky sich von stark rabattierten Abonnements und Prepaid-Angeboten trennte.
Durch die neue Paketstruktur erreicht der Pay-TV-Anbieter einen ARPU (durchschnittlicher Erlös pro Kunde) von 27,45 Euro und lag mit den angepeilten 27 Euro im Rahmen. Im Jahr zuvor lag dieser Wert bei 23,86 Euro Durchschnitt je Kunde. Der Umsatz sank von 941,1 Mio. Euro (2008) auf 902,1 Mio. Euro. Zum 31. Dezember 2009 nutzen ca. 2,47 Millionen Abonnenten Sky.
Da bleibt die schon zu Premiere-Zeiten beliebte Frage offen: Sind die 2,47 Millionen tatsächlich Kunden oder die Anzahl aktiver Abonnements? Sky hatte im dritten Quartal 2009 zuhauf stark rabattierte Abonnements gekündigt. Neben den regulären Tarifen konnte Sky mit seinem befristeten Prepaid-Winterangebot “HD-Starter-Box” (21 Themen-, 18 Satelliten-, sieben HD-Programme + HD-Receiver) sicherlich einige Neukunden an Land ziehen. Auch der teils geschasste Altkunde nutze dieses Angebot – parallel zu seinem auslaufenden Vertrag. In dieser Zeit hat beispielsweise ein Kunde zwei Verträge. Dieses Phänomen gibt es auch bei recht zahlkräftigen Kunden, die von sich aus mehrere Verträge nutzen.
Zuletzt senkte man das für Ende 2009 anvisierte Ziel von knapp drei auf 2,8 Millionen Kunden, welche Situation aktuell mit 2,47 Millionen “echten” Kunden immer noch nicht zufriedenstellend ist. Im dritten Quartal 2009 hatte der Pay-TV-Anbieter bescheidene 2,43 Millionen Kunden vorzuweisen.
Der ausscheidene Sky-Chef Mark Williams meldete sich dennoch trotzig zu Wort: “Wir sind zufrieden mit der Akzeptanz unserer neuen Angebots- und Preisstruktur im Markt. Die operative Neuausrichtung unseres Geschäfts ist inzwischen nahezu abgeschlossen und die Grundlage für solides Wachstum geschaffen. Im Fokus unserer Strategie stehen die Beschleunigung des Abonnentenwachstums, der weitere kontinuierliche ARPU-Anstieg und das Erreichen nachhaltiger Profitabilität. Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung vom 21. Januar 2010 werden daher in zusätzliche Marketing- und Vertriebsaktivitäten investiert, in neues Programm und neue Sender sowie in einen beschleunigten Ausbau des umfangreichen Sky-HD-Angebots.”
In der Sky-Bilanz regieren auch weiterhin tiefrote Zahlen: Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) liegt bei -262,7 Mio. Euro (2008: -57,0 Mio. Euro). Für das Gesamtjahr 2009 lag das Periodenergebnis bei -676,5 Mio. Euro (2008: -269,4 Mio. Euro). Durch die Entscheidung, das neue Angebot unter der Marke Sky einzuführen, wurde der Markenname Premiere im 2. Quartal mit einem negativen Effekt in Höhe von 253,9 Mio. Euro abgeschrieben.
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